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»Der Wattwurm« - eine satirische Zeitschrift

Als ehemaliger Nachfolger eines charismatischen Zeitschriftenherausgebers habe ich in den Jahren 2007 und 2008 ebenfalls eine religiöse Zeitschrift herausgegeben. Gedruckt und ›zum Selbstkostenpreis‹ verkauft wurden die beiden folgenden Ausgaben von »Der Wattwurm gräbt sich durch die Wahrheit über Jehovas Imperium«. Hier werden diese beiden Zeitschriften zum Download als PDF-Datei angeboten. Auf Dauer war mir das Leben als Sektengründer zu anstrengend, weshalb ich die Zeitschrift nach zwei Ausgaben wieder eingestellt habe.

Übrigens: Nicht alle Artikel sind auf meinem Mist gewachsen. Zwar bin ich der Koordinator und somit auch der Herausgeber gewesen, aber an beiden Wattwurm-Ausgaben haben auch andere Schreiber mitgewirkt. Denen gilt an dieser Stelle mein besonderer Dank.

Bitte beachtet auch die neuen Ausgaben unserer Schwesterzeitschriften »Erbrechet!« und »Unser Kürbisreichsdienst«.

Ausgabe 1: »Der Wattwurm«, 1. Dezember 2007

Der Wattwurm, Dezember 2007Download hier als Pdf-Datei: »Der Wattwurm«, 1. Dezember 2007.

Die Erstausgabe mit einem Titelbild der Klosterkirche Maria Laach behandelt folgende Themen:


Ausgabe 2: »Der Wattwurm«, 1. März 2008

Der Wattwurm, März 2008Download hier als Pdf-Datei: »Der Wattwurm«, 1. März 2008.

Als Zeichen des göttlichen Segens auf dieser Zeitschrift hat die zweite Ausgabe von »Der Wattwurm« nun mehr farbige Seiten und ein neu gestaltetes Titel-Logo (statt schnödem Filzstiftkritzelwurm nun echte 3D-Computergrafik). Besonders wertvollen Aufschluss enthält der aus Österreich eingesandte Artikel auf den Seiten 14 und 15.


Persönliche Anmerkungen und Kommentare

Ein paar Randbemerkungen zu den Artikeln aus Ausgabe 2.

Jesus Christus ist er auch für die Neanderthaler gestorben?

Tatsächlich lehren Zeugen Jehovas nach wie vor, die Schöpfung Adams habe im Jahr 4026 vor Christus stattgefunden (und die Flut 2370 vor Christus). Ich dachte eigentlich, dass man sich nach dem 1975-Debakel schleichend von den ›6000 Jahren Menschheitsgeschichte‹ distanziert, weil diese ohnehin immer unhaltbarer werden. Aber im Erwachet! vom 8.5.1998 heisst es unter der Überschrift »Wie bedeutsam ist das Jahr 2000?«:

Dementsprechend widmet die Bibel der Chronologie besondere Aufmerksamkeit. Sie enthält einen zusammenhängenden Geschichtsbericht, der eine methodische Zeitberechnung bis zum Beginn der Menschheitsgeschichte zurück ermöglicht. Diese Berechnung weist auf 4026 v. u. Z. als das Jahr hin, in dem Gott Adam erschuf. Etwa 2000 Jahre später wurde Abraham geboren. Bis zu Jesu Geburt verstrichen weitere 2000 Jahre.

Im Erwachet! vom 22.09.1981 wird über den Neandertaler folgendes gesagt: »Im Gegensatz zu den ersten Rekonstruktionen, die den Neandertaler vornübergebeugt und affenähnlich und mit langen, herabbaumelnden Armen darstellten, haben wir heute Bücher, in denen es heißt, die Neandertaler hätten wahrscheinlich ›nicht sehr viel anders ausgesehen als einige Menschen heute‹. In einem Nachschlagewerk wird jetzt gesagt, sie seien ›völlig menschlich‹ gewesen und ›ganz aufrecht‹ gegangen. Welch ein Meinungsumschwung!" Der Artikel erläutert diesen ›Meinungsumschwung‹ wie folgt: »Ein Grund, weshalb einige Wissenschaftler sich den Neandertaler als gedrungen und gekrümmt vorstellten, ist sehr interessant. Ein früher gefundenes Skelett hatte gebogene Beine und eine gekrümmte Gestalt. Da man nach affenähnlichen Wesen suchte, die in die Theorie paßten, war es natürlich sehr leicht, einen Fehler zu machen. Bei näherer Untersuchung stellte man später fest, daß das Skelett aufgrund von Arthritis deformiert war.« Man unterstellt also, der Fehler sei sozusagen gewünscht gewesen. Das Gegenteil ist der Fall, und die Behauptungen der WTG sind ein plumper Versuch, wissenschaftliche Forschung zu diskreditieren.

Offenbar schließt sich die WTG der Auffassung an, den Neanderthaler als Menschen zu sehen, während frühere Hominiden eher den Affen bzw. Menschenaffen zugeordnet werden. Denn auch im Schöpfungs-Buch von 1985 schreibt die Wachtturm-Gesellschaft: »Seit jener Zeit sind viele Fossilien des Neandertalers gefunden worden, die bestätigen, daß er sich nicht viel vom heutigen Menschen unterschied. In seinem Buch Ice stellte Fred Hoyle fest: ›Es gibt keinen Anhaltspunkt, daß der Neandertaler uns in irgendeiner Weise untergeordnet gewesen wäre.‹«

Wenn der Neanderthaler nun aber als Mensch gilt, wäre er nach Meinung der WTG offenbar erst frühestens vor etwa 6000 Jahren ins Dasein gekommen (und damit tatsächlich ein Fall für Christi Lösegeld). Falls Adam selbst kein Neanderthaler war, sondern der Neanderthaler ein Nachkomme von Adam und Eva war, dann noch um einiges später. Abgesehen davon, dass sich diese haltlosen Behauptungen keineswegs mit den wissenschaftlichen Datierungen der Neanderthaler-Fossilien decken (selbst wenn man großzügig alle Ungenauigkeiten herausrechnet), spricht die Erforschung der DNA (mtDNA) von Neanderthalern und modernem Menschen eine andere Sprache (siehe z. B. Wikipedia: Das Neandertaler-Genom).

Das von Jehovas Zeugen immer wieder gern zitierte »Backform«-Beispiel, auf das der Artikel Bezug nimmt, ist natürlich wissenschaftlich ebenso totaler Quatsch. Es geht bei der Erbsünde nicht um die Frage, ob ›eine zerbeulte Backform einen wohlgeformten Kuchen hervorbringen‹ kann, sondern um die Frage, ob eine Backformpresse auf einmal zerbeulte Formen produziert, nur weil eine einzelne zuvor produzierte Form nun einen Schaden genommen hat - um einmal in diesem Beispiel zu bleiben. Denn das Merkmal ›Sündhaftigkeit‹ durch Essen der verbotenen Frucht ist ja im Leben der ersten Menschen (angeblich) erst erworben worden, und es steckt demnach genausowenig in der DNA, wie sich z. B. eine Bein-Amputation vererben würde.

Da gemäß der ZJ-Lehre die Hominiden nicht Vorgänger des Menschen waren, sondern Nachkommen Adams, ist die am Ende des Wattwurm-Artikels ironisch beschriebene Auferstehungshoffnung für Neanderthaler, etc. tatsächlich Bestandteil des Lehrgebäudes der Zeugen Jehovas, auch wenn sie dieses gewöhnlich nicht so formulieren. Aber sie lehren ja eine Auferstehung der Gerechten und Ungerechten zu ewigem Leben auf der Erde. Während sie sich in ihren Zusammenkünften etc. gegenseitig darin bestärken, wie toll es doch sein wird, Noah, Moses, Abraham, usw. persönlich kennenzulernen, habe ich noch nicht gehört, dass ein Zeuge Jehovas erzählt hätte, wie toll es wohl sein wird, wenn neben Homo sapiens auch Homo neanderthalensis auferweckt wird. Der kann dann sein eigenes Museum besuchen (falls dies nicht in Har-Magedon vernichtet wird). Schade nur, dass die früheren Formen von Urmenschen von der WTG zu den Affen gezählt werden und demnach keine Auferstehung haben. Das ist doch irgendwie ungerecht, oder? ;-)

Die Wächter-Klasse schon seit 130 Jahren blickt sie in die Finsternis

Eine ›seriöse und ernsthafte‹ Abhandlung über die seltsame Änderung in den Maßen der Pyramide findet sich hier: Süsskind: Russells Pyramidenlehre. Wie ich finde, ist dieses seltsame Zahlenspiel eines der deutlichsten Beispiele dafür, dass die Interpretationsänderungen der WTG nicht der Wahrheitsfindung dienen, sondern nur dem eigenen Machterhalt.

Kriege ein Zeichen wovon?

Das angeführte Buch »Das Zeichen der Letzten Tage - Wann?« von Carl Olof Jonsson und Rud Persson ist unter Anderem über die Website www.ausstieg-info.de erhältlich.

Mache den Straßendienst zu einem Erfolg

Eigentlich selbsterklärend, oder? Auch das linke Bild ist übrigens ECHT, auch wenn eine gewisse Ex-Zeugin mir dies zunächst gar nicht glauben wollte.

Kinofilme, die Jehova preisen

Vertuschung von Kindesmissbrauch: Spiegel Online, Silent lambs, Von Spendengeldern zu Schweigegeldern.
Verkauf hochwertiger Immobilien: WTG zieht sich aus Brooklyn zurück.

Junge Leute fragen sich: Sollte ich von Brot und Wein nehmen?

Bisher sind mir keine Fälle von minderjährigen Gesalbten bekannt. Wie sich der Ausschank von Alkohol mit dem Jugendschutz verträgt, ist daher in Königreichssäälen vermutlich eher eine theoretische Frage. Immerhin wird er aber bei einer öffentlichen Veranstaltung auch Kindern und Jugendlichen gereicht.

Wir beobachten die Gesellschaft, Leserbriefe

Offenbar sind dem Schreiber dieser Seite die Meldungen der letzten Wochen über die Nokia-Werksschließung und über die Mohammed-Karikaturen durcheinandergerutscht. Das Zitat aus der Zeitung Express ist jedoch echt. Siehe z. B. auch Presseportal.

Gottes Ansicht über Masturbation teilen

Von einem Wattwurm-Mitarbeiter in Österreich stammt dieser nützliche Artikel, der mit profunden Bibelkenntnissen ein wahrhaft ›bewegendes‹ Thema behandelt. Viel Spaß dabei. ;-)

Ein Versäumnis, das sich nicht ereignen sollte

Wattwurms Antwort auf die jährlich ausgeteilten Einladungszettel, die immer mit »Ein Ereignis, das Sie nicht versäumen sollten« überschrieben waren.