(Zuletzt aktualisiert: 14. April 2008)

Hans Peter Richter:
     Damals war es Friedrich

Dieses Buch ist auf Weltreise: Siehe BookCrossing-Seite dieses Buches.

Mit seinem Buch 'Damals war es Friedrich' ist Hans Peter Richter ein sehr persönlicher Blick auf die schlimmen Geschehnisse Hans Peter Richter: Damals war es Friedrich während der Zeit des Nationalsozialismus gelungen. Er erzählt Erlebnisse aus der Kindheit zweier sehr guter Freunde, die im gleichen Mietshaus wohnen.

Über dieses Buch:

"Zwei Jungen wachsen im selben Haus auf und gehen in dieselbe Schulklasse. Sie sind die besten Freunde und jeder ist in der Familie des anderen daheim. Doch Friedrich ist Jude und allmählich wirft der Nationalsozialismus seine Schatten über ihn. Langsam gleitet die Geschichte aus der heilen Kinderwelt in ein unfassbares Dunkel.

In der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis"

Über den Autor:

Dr. Hans Peter Richter wurde 1926 in Köln geboren. Er studierte Psychologie und Soziologie. 1973 wurde er Professor für Wissenschaftsmethoden und Soziologie an der Fachhochschule in Darmstadt. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit hat er auch mehrere Bücher für Erwachsene, Jugendliche und Kinder geschrieben. 1961 erschien sein bekanntestes Werk 'Damals war es Friedrich'. Hans Peter Richter starb 1993 in Mainz.

Ausführlichere Informationen über Hans Peter Richter und seine Werke gibt es auf folgenden Internet-Seiten:

Meine Bewertung:

Anspruch:
Spannung:
Humor:

Ein sehr persönlicher Blick auf die Judenverfolgung im 'dritten Reich'. Geht unter die Haut. Sehr empfehlenswert für Jugendliche und Erwachsene.

Einer von beiden, Friedrich, ist Jude. Dies spielt in den ersten Kindheitsjahren zunächst nur eine untergeordnete Rolle. Von Kapitel zu Kapitel spitzt sich die Situation jedoch mehr zu - anfangs nur schleichend, beispielsweise in judenfeindlichen Äußerungen des Vermieters oder des Großvaters. Doch mit der Zeit werden die Probleme und Anfeindungen lebensbedrohlich für Friedrich. Die Freunde können sich nur noch heimlich treffen, und nachdem Friedrichs Vater verhaftet wird, muss Friedrich - inzwischen ein Jugendlicher - flüchten und untertauchen.

Das Buch beginnt mit einer kurzen Vorgeschichte, die die Lebensumstände im Jahr 1925 schildert, als es in dem Mietshaus zweimal Nachwuchs gibt: Der Ich-Erzähler wird in einer christlichen Familie auf der ersten Etage geboren, und eine Woche später kommt Friedrich Schneider in einer deutschen Familie jüdischen Glaubens zur Welt, die auf der zweiten Etage wohnt. Die folgenden Kapitel schildern die Kindheit und Jugend von Friedrich und seinem Freund, beginnend 1929 bis zu einem schrecklichen Luftangriff im Jahr 1942.

Bemerkenswert an dem Buch ist, dass es nahezu frei von Wertungen ist. Die Ereignisse werden recht sachlich geschildert, und zwar so, wie sie damals von dem Erzähler aufgenommen wurden. Beispielsweise schildert er unbefangen sein Interesse an der Hitlerjugend, dass sich ironischerweise auch auf Friedrich überträgt, der zu einem der Treffen auch mitgeht. Das Buch verzichtet glücklicherweise darauf, dass Erwachsene den beiden Jungen ausführliche Erklärungen zum Nationalsozialismus und zum Judenhass geben, etc. Doch die Art der Erlebnisse, die geschildert werden, führen unweigerlich dazu, dass auch jugendliche Leser deutlich erkennen, welches Unrecht der Familie Schneider und den anderen Juden geschieht. Es wird wohl kaum einen Leser geben, den dieses Buch kalt lässt. Erzählt wird die Geschichte von Freundschaft und Menschlichkeit zwischen zwei Familien, die in unmenschlichen Zeiten leider keinen Bestand haben kann.

Interessant wird das Buch auch durch die Einblicke in den jüdischen Glauben, beispielsweise als der Erzähler am Sabbat-Abend bei seinem Freund Friedrich zu Besuch ist und dort die Vorbereitungen für das Sabbatfest mitbekommt. Um einige Dinge etwas verständlicher zu machen, gibt es im Buch einen Anhang und eine Zeittafel. Im Inhaltsverzeichnis sind den einzelnen Kapiteln Jahreszahlen zugeordnet, was ich jedoch unpraktischerweise erst nach dem Lesen des Buches bemerkt habe, weil diese bei den Überschriften der Kapitel leider nicht angegeben sind.

Die 32 Kapitel sind jeweils recht kurz gehalten (meist ca. 3-4 Seiten), was dem jugendlichen Leser sicherlich entgegenkommt. Man kann das Buch ohne weiteres 'in einem Rutsch' durchlesen, und es ist so spannend und interessant geschrieben, dass dies sicherlich nicht selten vorkommt.

Mein ganz persönliches Fazit über dieses Buch, das ich im November 2003 gelesen habe: Ein sehr empfehlenswertes Buch, nicht nur für Jugendliche, sondern durchaus auch für Erwachsene interessant. Es beschreibt eine gänzlich 'unpolitische', dafür aber umso persönlichere Sicht des Judenhasses und des Nationalsozialismus.

Oben gezeigte Ausgabe: Hans Peter Richter: Damals war es Friedrich. dtv junior, Deutscher Taschenbuch Verlag. 37. Auflage März 1997. 141 Seiten. ISBN 3-423-07800-6.

Übrigens: Dieses Buch ist auf Weltreise. Siehe BookCrossing-Seite dieses Buches.


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