(Zuletzt aktualisiert: 11. November 2004)

Erich Maria Remarque:
     Arc de Triomphe

Remarques Roman "Arc de Triomphe" handelt von einem deutschen Chirurgen, der vor den Nazis geflohen ist Erich Maria Remarque: Arc de Triomphe und nun - kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges - versucht, als illegaler Flüchtling mit Namen Dr. Ravic in Paris zu leben. Sein Leben ohne Papiere und mit falscher Identität in einem schäbigen Emigrantenhotel verläuft abseits des normalbürgerlichen Lebens. Er verdient sich seinen Lebensunterhalt, indem er illegal für zwei Ärzte operiert bzw. Untersuchungen durchführt.

Ravic lernt die Schauspielerin Joan Madou kennen, der er über ihre Verzweiflung hinweghilft. Zwischen beiden entwickelt sich eine Liebesbeziehung.

Über dieses Buch:

"Paris 1939, am Vorabend der Katastrophe: Im Schatten des Triumphbogens hält sich unter anderen deutschen Emigranten auch der politisch verfolgte Chirurg Dr. Ravic verborgen. Sein Wille, Krieg und Naziregime zu überleben, ist stärker als Berufsverbot und Verfolgung durch die Gestapo; er triumphiert über die Not jener dunklen Zeit und erweist sich sogar als stark genug, um auch der am Leben verzweifelten Schauspielerin Joan Madon neue Hoffnung zu geben. Liebe und Schicksal dieses Paares stehen hier stellvertretend für den Lebensweg all derer, die Deutschland nach 1933 verlassen mußten.

Mit diesem Emigrantenroman konnte der nach USA ausgewanderte Autor 1946 den Welterfolg wiederholen, den sein in 32 Sprachen übersetztes Im Westen nichts Neues 1929 erzielt hatte."

Über den Autor:

Erich Maria Remarque wurde 1898 in Osnabrück geboren. Ab 1923 nannte er sich Erich Maria Remarque. Mit seinem Anti-Kriegs-Roman "Im Westen nichts Neues" erlangte er im Jahr 1929 Weltruhm. Den Nationalsozialisten waren Remarques Bücher ein Dorn im Auge. Remarques Bücher wurden öffentlich verbrannt und Remarque wurde die Staatsbürgerschaft entzogen. Er lebte in der Schweiz, in Frankreich und in den USA. Im Jahr 1970 starb Erich Maria Remarque in Locarno (Schweiz).

Ausführlichere Informationen über Remarque und seine Werke gibt es auf folgenden Internet-Seiten:

Meine Bewertung:

Anspruch:
Spannung:
Humor:

Sehr empfehlenswert. Unbedingt lesen!

Doch Ravic merkt, dass er Joan Madou nicht auf Dauer bei sich halten kann, weil er ihr als illegaler Refugié kein gesichertes gemeinsames Leben bieten kann. Ravics Gedanken über seine Situation lesen sich so: "Ameisenhaft immer wieder in einem zusammenbrechenden Jahrhundert eine bürgerliche Existenz aufbauen zu wollen - das war das, woran er viele hatte scheitern sehen. Es war rührend, heroisch und lächerlich in einem -, und nutzlos. Es machte mürbe. Eine Lawine war nicht aufzuhalten, wenn sie im Rollen war; - wer es versuchte, kam darunter. Besser abzuwarten und später die Verschütteten auszugraben. Wenn viel marschiert wurde, mußte man leichtes Gepäck haben. Auf der Flucht auch -"

Zufällig trifft Ravic Haake wieder, seinen ehemaligen Peiniger aus Deutschland, der ihn in tagelangen Verhören gequält hatte, und der Ravics Frau Sybil auf dem nicht vorhandenen Gewissen hat. Ravic sinnt auf Rache gegen diesen Mann, der sein Leben in mehrfacher Hinsicht zerstört hat. Haake hatte ihn nicht wiedererkannt, und so kann Ravic seine Rachepläne in Ruhe vorbereiten. Sein Leben bekommt damit wieder ein Ziel und eine Richtung. Dem Wahnsinn und der Unmenschlichkeit des Faschismus kann man nicht begegnen, indem jeder wegschaut. So wird der Plan, Haake zu töten, nicht nur Sühne für Sybils Tod, sondern für Ravic auch ein Symbol für einen Anfang der aktiven Auflehnung gegen die Nazis.

Bis hierher möchte ich aus dem Inhalt des Buches "Arc de Triomphe" erzählen. Mit diesem Werk hat Remarque kurz nach dem zweiten Weltkrieg an seinen ersten Welterfolg "Im Westen nichts Neues" anknüpfen können. Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen. Wie auch in Remarques sonstigen Romanen (z. B. Der Himmel kennt keine Günstlinge) versteht der Autor es meisterhaft, Fühlen und Handeln seiner Hauptpersonen sehr anschaulich und nachvollziehbar zu beschreiben. Außerdem ist "Arc de Triomphe" eine meisterliche Schilderung des Mileus im Paris der 30er Jahre. Und das Thema illegaler Einwanderer auf der Flucht vor politischer Verfolgung ist nach ca. 60 Jahren leider immer noch so aktuell wie damals - wenn auch heute mit anderen Vorzeichen.

Der Roman "Arc de Triomphe" erschien bereits im Jahr 1945 in den USA und wurde dort ein sehr großer Erfolg. Meine oben abgebildete Ausgabe stammt aus der Auflage "Januar 1982 49.-58. Tausend" und erschien als Ullstein Buch mit Genehmigung des Verlages Kiepenheuer & Witsch, Köln.

Mein ganz persönliches Fazit über dieses Buch, das ich im Januar 2004 gelesen habe: "Arc de Triomphe" ist zwar wohl leichter zu verkraften als Remarques erster Welterfolg "Im Westen nichts Neues". Dennoch ist es keineswegs 'leichte Kost'. "Arc de Triomphe" ist ein sehr anspruchsvolles und interessantes Buch, das sich zu lesen auf jeden Fall lohnt. Eine Liebesgeschichte. Ein Buch gegen den Faschismus. Eine Geschichte von einem 'sympathischen Mörder' (auch wenn mir früher von Heinz-Alexander W. beigebracht wurde, so etwas würde es niemals geben). Eine faszinierende Beschreibung von Paris in den Jahren 1938/1939. Dies alles und noch mehr in einem einzigen Roman von ca. 400 Seiten. Was will man mehr?

Oben gezeigte Ausgabe: Erich Maria Remarque: Arc de Triomphe. Roman. Ullstein Buch Nr. 3403 im Verlag Ullstein GmbH, Frankfurt/M - Berlin - Wien. ISBN 3 548 03403 9. Mit Genehmigung des Verlages Kiepenheuer & Witsch Köln. © 1945 by Erich Maria Remarque, renewed 1972 by Paulette Goddard-Remarque. Ungekürzte Ausgabe, Januar 1982, 49.-58. Tausend, 415 Seiten.


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