(Zuletzt aktualisiert: 11. November 2004)

Bertolt Brecht:
     Mutter Courage und ihre Kinder

Brechts 'Mutter Courage' ist ein ergreifendes Theaterstück, das - wie wenige sonst - die Sinnlosigkeit des Krieges deutlich macht. Bertolt Brecht: Mutter Courage und ihre Kinder Für die 'kleinen Leute' ist es gewissermaßen unmöglich, mit dem Krieg Geschäfte zu machen, ohne dafür einen sehr hohen Preis zu zahlen.

Über dieses Buch:

"Mutter Courage ist Brechts Meisterwerk. Es ist wirklich das 'politische' Drama, in einem absoluten Sinn verstanden, wie Schillers oder Grillparzers Drama: es ist im Grunde schon heute ein klassisches Drama." (Willy Haas)

Über den Autor:

Bertolt Brecht, geboren am 10. Februar 1898 in Augsburg, starb am 14. August 1956 in Berlin. Brechts Hauptwerke entstanden während seiner Zeit im Exil (1933-1939 Dänemark, ab 1941 USA): Neben "Mutter Courage" (1939) waren dies "Der gute Mensch von Sezuan" (1942), "Leben des Galilei (1938/39, mehrfach bearbeitet) und "Der kaukasische Kreidekreis" (1945). Neben Theaterstücken hat Brecht auch viele Kurzgeschichten und andere Werke geschrieben.

Ausführlichere Informationen über Brecht und seine Werke gibt es auf folgenden Internet-Seiten:

Meine Bewertung:

Anspruch:
Spannung:
Humor:

Ein Buch über Krieg. Über Moral. Ein Drama, das alle Menschen kennen sollten, die auf einem Planeten leben, auf dem immer noch Kriege geführt werden.

Dies ist die Lektion, die auch Anna Fierling, Mutter Courage genannt, bitter lernen muss, als ihr der Dreissigjährige Krieg trotz aller Vorsicht nacheinander ihre Kinder nimmt. Für ihren Versuch, als Händlerin mit ihrem Marktwagen den kämpfenden Truppen zu folgen, um dort ihre Geschäfte machen zu können, zahlt sie einen furchtbaren Preis.

Das Drama "Mutter Courage und ihre Kinder" ist mit dem Untertitel "Eine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg" versehen. Die Entstehungsgeschichte und -zeit macht jedoch sehr leicht deutlich, dass Brecht mit Sicherheit nicht vorrangig diesen Krieg im Sinne hatte, sondern dass sich sein Werk generell gegen jeden Krieg wendet. Er schrieb das Stück 1938/39 - also kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges - in Skandinavien. Die Uraufführung fand 1941 in Zürich statt. Es sollte noch einige Jahre dauern, bis das Drama auch in Deutschland aufgeführt werden konnte.

Brecht schrieb einmal: "Was eine Aufführung von Mutter Courage hauptsächlich zeigen soll: Daß die großen Geschäfte in den Kriegen nicht von den kleinen Leuten gemacht werden. Daß der Krieg, der eine Fortführung der Geschäfte mit anderen Mitteln ist, die menschlichen Tugenden tödlich macht, auch für ihre Besitzer. Daß er darum bekämpft werden muß".

Ich kann die Lektüre dieses Dramas wirklich empfehlen. Mutter Courage ist wohl Brechts Meisterwerk. Episches Theater in seiner Bestform.

Mein ganz persönliches Fazit über dieses Buch, das ich im Dezember 2003 gelesen habe: Ein lesenswertes Drama, von dem ich mir bei Gelegenheit auch gerne einmal eine Aufführung ansehen möchte. Es gibt eine Vorstellung vom 30jährigen Krieg, wie es Geschichtsbücher nur selten tun, weil persönliche Schicksale und Lebensumstände im Vordergrund stehen. Darüber hinaus wird Mutter Courage Brechts Intention zu zeigen, warum der Krieg bekämpft werden muss, in vollem Maße gerecht.

Oben gezeigte Ausgabe: Bertolt Brecht: Mutter Courage und ihre Kinder. Edition Suhrkamp, 1985. Suhrkamp Verlag Berlin. 108 Seiten.


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