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Editorial September 2004

(Zum aktuellen Editorial geht es hier.)

Liebe Leserinnen und Leser

Schon ewig lange gab es kein neues Editorial mehr auf dieser Homepage. Das letzte ist noch mit "Köln, im Januar 2002" unterschrieben. Nun wird es also Zeit für "Bonn, im September 2004":

Thema meines heutigen Editorials soll BookCrossing sein. Zum Einstieg erzähle ich mal, wie ich drauf aufmerksam wurde:

Auf dem Weg zur Arbeit in der Stadtbahn-Linie 16 fand ich ein Buch mit einer "Gratis"-Banderole drumherum. Auf der Einband-Innenseite stand kurz erklärt, dass dieses Buch kein Fall für's Fundbüro sei, sondern dass es absichtlich liegen gelassen wurde, damit es neue Leser findet. Auf der Seite bookcrossing.com könne man nach Eingabe der bestimmten ID-Nummer dieses Buches sehen, wer es wo "freigelassen" hat und was er/sie noch als Kommentar zu dem Buch hinterlassen hat.

Meine Neugierde war geweckt, und obwohl das Buch wohl nicht so ganz meinem üblichen Lese-Geschmack entsprach (Die Klinik von Noah Gordon), habe ich natürlich einen Eintrag gemacht, wo und wann ich es gefunden habe. Einige Tage später habe ich es (ungelesen) wieder freigelassen - in Bad Godesberg auf der Fensterbank vom Aldi. Nun hoffen wir, dass der Finder irgendwann mal einen Eintrag macht. All dies kann man im Journal dieses Buches nachlesen, wenn man auf den obigen Link klickt.

Jeder, der sich kostenlos (und wenn gewünscht auch anonym) bei BookCrossing anmeldet, bekommt dort sein virtuelles Bücherregal eingerichtet. Auf diesem Bücherbrett stehen alle Bücher, mit denen man schon zu tun hatte. Also steht dort bei mir das oben genannte Buch, aber auch einige weitere, die ich teilweise selber in BookCrossing registriert, beschriftet und freigelassen habe, oder die ich zum Teil auch auf verschiedenen Wegen von anderen BookCrossern erhalten habe. Zufällig gefunden habe ich bisher nur das eine Buch, aber ich gehe seitdem mit wacheren Augen durch meine Umwelt, immer auf der Suche nach herumliegenden Büchern. Wer auf mein Bücherbrett schauen möchte, findet hier den Link: the rofrisch bookshelf

Was mir an BookCrossing besonders gefällt, sind mehrere Sachen. Zum Einen finde ich es faszinierend, dass ein Buch neben seinem gedruckten Inhalt auf diese Weise noch eine zweite Geschichte erzählt. Man sieht, was frühere Leser über das Buch denken, welche Wege es überhaupt schon zurückgelegt hat, etc. Und man kann natürlich so auch anderen seine eigene Meinung zum Buch kundtun.

Zum Anderen finde ich es sehr unterstützenswert, dass es eine Community von vielen Menschen in den verschiedensten Ländern gibt, die ihre Bücher kostenlos anderen zur Verfügung stellen. "Die ganze Welt als Bibliothek" lautet das Motto von BookCrossing. Natürlich habe ich eine Menge Bücher, die ich wohl niemals in Straßenbahnen, Supermärkten oder Telefonzellen aussetzen würde, da ich jederzeit Zugriff auf diese Bücher haben möchte. Jedoch hat wohl auch fast jeder irgendwelche Bücher, die zu schade zum Wegschmeissen sind, die aber eigentlich nur Platz im Regal wegnehmen und in die man vermutlich nie (wieder) hineinschauen wird. Warum nicht einen Teil davon in BookCrossing registrieren und so schauen, ob sie neue Freunde finden? Man muss übrigens nicht jedes registrierte Buch einfach irgendwo "in der Wildnis" freilassen. Wenn man etwas sicherer gehen möchte, dass das Buch nicht irgendwo auf Nimmerwiedersehn verschwindet, dann kann man es auch kontrolliert auf Reise schicken - zum Beispiel indem man in Bookcrossing den Status des Buches auf 'Available' (Verfügbar) stellt, so dass andere BookCrosser eventuell danach fragen. So habe ich auch schon mehrere interessante Bücher erhalten. Oder man geht zu einem Meeting von BookCrossern.

Einmal war ich bereits auf einem solchen monatlichen Treffen. Es fand sozusagen 'im Windschatten' ganz vieler Bücher statt, nämlich in einem Cafe fast neben der Zentralbibliothek. Dort saßen schätzungsweise 15 bis 20 BookCrosser/innen rund um einen großen Tisch mit einer Menge Bücherstapel, die langsam von einem Platz zum nächsten 'wanderten'. Überall angeregte Gespräche und Diskussionen über Bücher und auch sonst alles mögliche. Eine nette Atmosphäre. Wer ein Buch findet, dass er mitnehmen möchte, nimmt es einfach mit und schreibt zuhause den Journal-Eintrag. Auf diese Weise habe ich nun das Buch zum Film Rain Man gelesen, das ich dort auf dem Tisch 'gefunden' habe. Wer wissen will, wie ich es fand (und wo es jetzt ist), kann ja das Journal des Buches anklicken.

So, hoffentlich habe ich Euch nun auch für BookCrossing begeistern können. Wer mitmachen möchte und Probleme mit der englischsprachigen Website www.bookcrossing.com hat, findet auf www.bookcrossers.de eine deutschsprachige Hilfe. Aber schon Englisch-Grundkenntnisse reichen aus, um mit der Seite von BookCrossing zurecht zu kommen. Es ist wirklich nicht schwer.
Also: Macht mit. Und wenn Ihr Euch anmeldet ("join bookcrossing"), gebt rofrisch im Feld "Referred By" an, weil der rofrisch Euch ja auf BookCrossing aufmerksam gemacht hat.

    Bonn, im September 2004

Euer Roland

PS: Wer für seine registrierten Bücher passende BookCrossing-Aufkleber, Lesezeichen, und Banderolen sucht, kann mich gerne anmailen und ich schicke ihm meine als Word-Dateien per eMail.

Bisher sind folgende Editorials erschienen: